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Die Bauern auf dem Hof Johannsmann

Halberbe in Hickingen.

Eigenbehörig dem Landesherrn (Bischof).

Jetzt

Hof Schowwe

Bauernschaft Hickingen

Osnabrück — Voxtrup

Das Halberbe Johannsmann, Hickingen

Das Halberbe Johannsmann wird wie das Halberbe Korte erst nach der fränkischen Eroberung unserer Heimat um das Jahr 900 gegründet worden sein. Inwieweit eine evtl Absplittung vom Meyerhof vorliegen mag, ist heute nicht mehr feststellbar. Der Name ist eine Ableitung vom Vornamen Johannes.
Der Hof gehörte von Anbeginn der Eigengebung dem Bischof als Landesherrn, bis er im letzten Jahrhundert abgelöst werden konnte. Nur von 1350 bis 1366 war er an die Ritter Johann und Hermann von Meile verlehnt gewesen.
Die Wirren des 30jährigen Krieges haben den Menschen auf der Johannsmann-Stätte sehr zugesetzt. 1628 waren sämtliche Bewohner durch Krieg und Seuchen umgekommen. Die Gutsherrschaft verheuerte den Hof daraufhin an Adolph Appelbaum, dem es gelang, das Geld für die erforderliche Auffahrt zusammenzubekommen, um die Stätte als erbberechtigter Bauer zu übernehmen zu können. Er ist somit Stammvater aller seit dieser Zeit aufsitzenden Bauern
(aus einem Bericht von Alexander Himmermann).
Heutiger Besitzer ist Clemens Schowwe, dem Urenkel des letzten Johannsmann-Bauern.

Dieser Adolph Appelbaum (wahrscheinlich aus Dissen) heiratete 1636 die damalige Erbin des Hofes, Johannsmann: Gertrud Johannsmann (das ist die älteste Eintragung über Johannsmann in Hickingen.in den Kirchenbüchern von St. Johann in Osnabrück) Geburtsdaten dieser beiden sind nicht bekannt. Es ist dann nur die Geburt eines Sohnes, geboren 1637, und der Tod Adolph Johannsmann geborener Appelbaum 22. 10. 1678, angegeben. Johann Johannsmann, geboren 1637 übernahm den Hof und heiratete 1665 Anna Suttmeyer aus Kloster Oesede. Schon ein Jahr nach der Hochzeit starb der junge Mann 1666. Die Witwe heiratete 1667 Johann Göste (Geburtsort und Datum unbekannt). Aus der 2. Ehe der Frau stammen vier Kinder. Der Sohn aus 1. Ehe: Johann, geboren 1666; wurde Hoferbe und hat 1690 Margaretha Elisabeth Bischof aus Harderberg geheiratet. Die Frau ist 1697 gestorben und der Mann hat dann Anna Catherine Aulf vom Harderberg geheiratet. Der Sohn aus erster Ehe: Johann Caspar geboren 1694, wurde Hoferbe und heiratete 1735 Catherine Elisabeth Arling aus Voxtrup. Eine Tochter aus der 2. Ehe mit Anna Catherine Aulf: Catherine Gertrud, geboren 6.3.1701, heiratete 1731 auf den Hof Brunsmann in Natbergen und wurde dort 2. Frau des Johann Brunsmann geborener Berner, der 1710 auf den Hof Brunsmann eingeheiratet war. Diese Catharina Gertrud Johannsmann ist die Urgroßmutter auf dem Hof Brunsmann in Natbergen, des Matthias Conrad Brunsmann, geboren: 13.03.1800, der sich 1822 auf den Hof Nölker in Mündrup eingeheiratet hat.

Aus der Ehe von Johann Caspar Johannsmann und Catharina Elisabeth Arling sind 2 Kinder bekannt. Da der Mann 1753 gestorben ist, hat die Frau mit 54 Jahren zum zweiten Mal geheiratet, den Andreas Hune aus Malbergen. Der Sohn aus 1. Ehe: Johann Joseph (auch Jobst genannt) geboren 1738 erbte den Hof und hat 1774 die Anna Maria Bramme aus Lechtingen, geboren 1755, geheiratet. Aus dieser Ehe stammen 5 Kinder, davon hat Joseph Heinrich, geboren 1781, den Hof übernommen und 1818 in erster Ehe Anna Maria Hassberg geheiratet und nach deren Tod 1828, ein halbes Jahr später Anna Margaretha Budde aus Düstrup .

Die Eltern von Joseph Heinrich Johannsmann haben wohl um 1798 mit dem Bau eines neuen niedersächsischen Bauernhauses begonnen; denn im Brustbalken des Achterhausgiebels steht der Spruch: 0 Gott ich Bitt um deine Gnad behüte mich für allen Schad. Für Feuer und Wassers Noth. Für einen bösen Tod. (buchstäblich abgeschrieben). Johann Jobst Johannsmann und Anna Maria Brammer: 1799. Dagegen steht am Torbalken über der Dielentür die Inschrift: Gebauet im Jahre 1834 den 14 t Julius. Im Brustbalken des Giebels über dem Dielentor: Johann (Jost) Heinrich Johannsmann und Maria Elisabeth Johannsmanns Geborene Budde Eheleute. Gott segne mich und auch mein Hauß was schädlich ist das fahre hinaus dem Teufel schreibe auch zum Trutz dieß Hauß gehört in Christi Schutz.

Aus der ersten Ehe von Joseph Heinrich Johannsmann sind 4 Kinder bekannt; davon ist Hermann Heinrich, geboren 29. 9. 1824, der Erbe des Hofes geworden und hat 1840 Maria Elisabeth Möller aus Oesede geheiratet. In dieser Ehe gab es sieben Kinder. Der vorgesehene Hoferbe Johann Friedrich, geboren 14.9.1858 ist ledig geblieben; die Tochter Maria Catharina, geboren 1867, heiratete 1890 den Erben des Hofes Ellebrecht in Gerden, Joseph Clemens Ellebrecht, geboren 1862. Die Tochter Anna Maria Theresia aus dieser Ehe erbte dann den Hof Johannsmann in Hickingen von ihre Großmutter Maria Elisabeth Müller; der Großvater Hermann Heinrich Johannsmann war ja schon 1872 gestorben. Seit der letzten Eheschließung 1857, gab es nach 53 Jahren 1910 wieder eine Hochzeit auf dem Hof Johannsmann, als Anna Maria Theresia Ellebrecht den vom Harderberg stammenden Johann Heinrich Schowwe heiratete. Der Ehemann behielt seinen Familiennamen. Seitdem heißt der Hof Johannsmann Schowwe. Anna Maria Theresia Ellebrecht und Johann Heinrich Schowwe hatten sechs Kinder.

Im Garten des Hofes befindet sich ein Dankkreuz mit einem Christus – Korpus und einer
Messingtafel mit der Inschrift: Als Dank für die glückliche Heimkehr unserer beiden Söhne Adolf und Clemens aus dem 2. Weltkrieg 1939 1945. Heinrich und Frau Therese Schowwe.

An der Holsten – Mündruper Str. – Ecke Hickinger Bauerschaft steht ein Bildstock mit einer Piefa und der Inschrift: Zur höchsten Ehre Gottes errichtet von

Witw. El. Johannsmann geb. Möller Anno 1889

1723 gehörten zum Hof Johannsmann folgende Flurstücke:
der Schorf Kamp, aufn Stein Esch, die Hahren Breede, der neue Kamp aufn oberen Esch, der obere Esch, das Feld vorm Hofe, der kleine Klaver Kamp, der Röwe Kamp.

Der Hof hatte folgende Größenentwicklung:
1667: 4,6 ha, 1712: 4,7 ha, 1717: 5,1 ha, 1723: 13,6 ha, 1786: 30,0 ha, 1820: 30,4 ha,
1830: 35,7 ha (nach der Markenteilung), 1963: 31,6 ha, 1987: 32,0 ha (davon 6,5 ha Wald).

Die älteste Viehzählung von 1545 ergab folgendes Ergebnis:
6 Pferde, 7 Kühe, 4 Rinder, 15 Schweine und 13 Schafe.
Die erste Viehzählung nach dem 30jährigen Krieg 1654 hatte folgendes Ergebnis:
3 Pferde, 3 Kühe, 1 Rind, 5 Schweine und 21 Schafe.
1832 umfaßte das Gehöft folgende Gebäude: Wohnhaus, Leibzucht, Dreschhaus und Kotten.

1717 hatte Johannsmann an Steuern und Abgaben zu leisten:
a) Monatsschatz: 1 Reichstaler, 15 Schillinge, 9 Pfennige
b) Rauchschatz für Wohnhaus: 1 Reichstaler, 10 Schillinge, 6 Pfennige
Leibzucht:                    15 Schillinge, 9 Pfennige
c) Jahrespacht an den Landesherrn:
4 Scheffel Hafer, 1 Taler und 15 Schillinge Herbstgeld, 1/2 wöchentlicher Spanndienst (zusam. mit Korte)
d) Abgabe an den Küster: 20 Roggengarben, 10 Eier

Aus dem Buch „Voxtrup 1088 — 1988″ aus dem Jahr 1988

Hickingen (Heckegen)
Die Ursprünge der Bauernschaft Hickingen sind sicherlich vorfränkisch. Der Name bedeutet „Siedlung der Sippe des Hicko” die Urzelle dieser Bauernschaft wird der Meierhof zu Hickingen (jetzt Große Schawe) sein…

Aus „Osnabrücker Land 1994 Heimat Jahrbuch”

Bilder vom Hof Johannsmann  / Schowwe aus Hickingen.